Faktencheck
Fragen zum Projekt RITA –
verständlich beantwortet
Rund um das Projekt RITA werden viele Zahlen, Aussagen und unterschiedliche Einschätzungen diskutiert – besonders für Menschen in der Nähe des Standortes. Auch die Bürgerinitiative LIVE hat Fragen aufgeworfen und verschiedene Angaben zum geplanten Güterterminal veröffentlicht. Auf dieser Seite beantworten wir die wichtigsten Fragen transparent und nachvollziehbar – auf Basis der aktuellen Projektplanung und der Angaben der Projektbetreiber.

Thema
01
Die Züge pro Tag Rechnung
Warum aus fünf Gleisen nicht zehn Züge pro Tag werden.
Es gibt keinen Nachtbetrieb. Deshalb ist es falsch, die fünf Gleise einfach mit zwei zu multiplizieren und daraus zehn Züge pro Tag abzuleiten.
Der Betreiber des Güterterminals plant durchschnittlich zwei Gleise als Abstellgleise mit Zugsgarnituren zu belegen. Die tatsächliche Kapazität liegt damit bei drei Zügen pro Tag – und nicht bei den von LIVE errechneten zehn. Darüberhinaus sind 15 Züge pro Woche die Planungsgrundlage (bei 3 Zügen pro Tag können durchschnittlich 150 Container pro Tag und davon ausgehend max. 300 LKW Fahrten pro Tag ausgelöst werden – und das entspricht max. 75.000 LKW Fahrten pro Jahr). Der Betreiber des Güterterminals akzeptiert eine Obergrenze im behördlichen Genehmigungsverfahren von max. 5 Gleisen, 20 Züge/Woche und 450 LKW-Fahrten/Tag bezogen auf den Güterterminal.
Thema
02
LKW-Fahrten
Führt RITA wirklich zu 800 zusätzlichen LKW-Fahrten pro Tag?
Entscheidend ist nicht, wie viele LKW-Fahrten theoretisch für das Be- und Entladen der Züge möglich sind, sondern wie sich die gesamte Verkehrsbilanz durch RITA verändert. Allein bei VM Holz wird für 2029 eine Reduktion von rund 105.000 auf etwa 80.000 LKW-Fahrten pro Jahr prognostiziert. Hinzu kommt die Entlastungswirkung durch das geplante Zentrallager für Lenzing: Transporte zu den heute mehr als zehn dezentralen Lagern sollen durch das Zentrallager ersetzt werden. Dadurch ist es möglich ca. 50 % des Lenzing Warenstroms bereits per Bahn zum RITA Lager zu befördern. Ausgehende Containertransporte zu den Häfen werden künftig ausschließlich auf der Schiene erfolgen. RITA soll deshalb nicht mehr, sondern in Summe weniger LKW-Verkehr auf den Straßen der Region bedeuten.
Thema
03
Schwerverkehr
Führt RITA insgesamt zu mehr Schwerverkehr auf den Straßen der Region?
Die Behauptung, RITA führe insgesamt zu mehr Schwerverkehr, ist falsch. Das Gegenteil ist das Ziel des Projekts: Bestehende LKW-Verkehre sollen gebündelt und Transporte von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Allein bei VM Holz wird für 2029 trotz steigender Produktion eine Reduktion von rund 105.000 auf etwa 80.000 LKW-Fahrten pro Jahr prognostiziert. Hinzu kommt die Entlastung durch das geplante Zentrallager für Lenzing: Heute werden Waren über mehr als zehn dezentrale Lager transportiert und dadurch zusätzliche LKW-Fahrten ausgelöst. Künftig sollen diese Warenströme gebündelt, rund 50 Prozent der Waren bereits per Bahn zum Zentrallager gebracht und die Container anschließend per Bahn zu den Häfen transportiert werden. Ziel von RITA ist daher eine bessere Verkehrsbilanz mit weniger LKW-Verkehr auf den Straßen der Region.
Thema
04
Lärmschutz
Ist beim RITA-Terminal tatsächlich Betrieb in der Nacht vorgesehen?
Die Aussage, beim RITA-Terminal seien Güterzüge, Lkw und Containerumschlag auch nachts vorgesehen, ist falsch. Für RITA ist kein Nachtbetrieb vorgesehen (es gelten die bei der Umwidmung für den neuen Rundholzplatz zugrunde gelegten Betriebszeiten). Damit finden auch die mit dem Terminal verbundenen Umschlagvorgänge nicht während der Nacht statt.
Unabhängig davon ist der Schutz der Anrainer vor Lärm ein wesentlicher Bestandteil der Projektplanung. Dazu sind umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen – insbesondere in Richtung Mösenberg und Westen. Für das eisenbahnrechtliche Einfahren von Zügen außerhalb der Betriebszeiten (ist auch derzeit genehmigt) ist im Projekt eine neue Lärmschleuse samt Lärmschutzwand entlang der Mösenbergsiedlung vorgesehen.
Lärmreduktion für die Mösenbergsiedlung (südliche Anrainer)
Durch RITA entsteht eine wesentliche Lärmreduktion für die Mösenbergsiedlung gegenüber der Ist-Situation durch:
- Lärmschutzschleuse beim Bahnanschluss
- Lärmschutzwand entlang der Mösenbergsiedlung
- Abschirmung durch 14,9 Meter hohe Lagerhalle mit begrüntem Dach
Lärmreduktion für die nördlichen Anrainer und für den Ortskern
Durch RITA wird die derzeitige LKW-Zufahrt durch den Ortskern auf eine PKW-Zufahrt reduziert. Außerdem wird bei der Errichtung des neuen Bürogebäudes der nordöstliche Teil des VM-Holz Geländes mit Lärmschutzwänden umgrenzt.
Lärmreduktion für die nordwestlichen Anrainer
Für die nordwestlichen Anrainer entsteht eine Lärmreduktion durch die Errichtung des neuen vollelektrischen Rundholzplatzes mit einer Stapelhöhe von 8 Metern und den dazugehörigen Lärmschutzeinrichtungen an der nordwestlichen und westlichen VM Holz Betriebsgrenze entlang des Flusses Vöckla.
Lärmreduktion für die südöstlichen Anrainer
Durch RITA entsteht eine wesentliche Lärmreduktion für die südöstlichen Anrainer gegenüber der Ist-Situation durch:
- Lärmschutzschleuse beim Bahnanschluss
- Lärmschutzwand entlang der östlichen VM Holz Betriebsgrenze
- Abschirmung durch 14,9 Meter hohe Lagerhalle mit begrüntem Dach
Thema
05
Luftbelastung
Führt RITA tatsächlich zu mehr Abgasen, Feinstaub, Stickoxiden und Abrieb?
Die Behauptung einer zusätzlichen Luftbelastung lässt außer Acht, dass RITA gerade darauf ausgerichtet ist, bestehende Straßentransporte auf die Bahn zu verlagern und notwendige kurze Shuttle-Fahrten elektrisch abzuwickeln. Der Güterterminal ist vollelektrisch geplant. Rund 50 Prozent der Waren von Lenzing sollen bereits per Bahn zum Zentrallager gelangen, der verbleibende Shuttle-Verkehr wird mit Elektro-LKW abgewickelt. Die Container vom Terminal zu den Häfen werden ausschließlich mit der Bahn transportiert.
Damit werden Transportwege, die heute mit LKW über Straßen und Ortsdurchfahrten führen, gebündelt, verkürzt oder vollständig auf die Schiene verlagert. Auch die verbleibenden Shuttle-Fahrten zwischen regionalen Produktionsbetrieben und RITA sollen elektrisch erfolgen.
Durch Rita kann VM Holz den neuen vollelektrischen Rundholzplatz mit Elektro-Portalbaggern schneller umsetzen. Genau die Beseitigung der Rundholz Flurfahrzeuge ist die wichtigste Maßnahme zur Reduktion der Staubemissionen am Sägewerksgelände.
Thema
06
Flächenverbrauch
Werden für RITA wirklich rund 40 Hektar Fläche benötigt?
Das Projekt RITA benötigt keine 40 Hektar neue Fläche. Der Güterterminal samt Lagerhalle und Nebenanlagen wird mit einem Gesamtflächenbedarf von 12,23 Hektar vollständig in das bestehende VM-Holz-Betriebsgelände integriert. Gegenüber der Widmung von 2022 müssen dafür rund 2,79 Hektar zusätzlich von Grünland in Betriebsgebiet umgewidmet werden. Außerhalb des bestehenden VM-Holz-Betriebsgeländes werden für das Projekt keine zusätzlichen Flächen benötigt.
Thema
07
Belastung der ganzen Region
Be- oder entlastet RITA die Region?
Die Region rund um Vöcklamarkt profitiert von zahlreichen erfolgreichen Produktionsbetrieben. Der erfolgreiche Wirtschaftsstandort bringt viele Arbeitsplätze, hat aber auch große Warenströme mit internationaler Logistik zu bewältigen. Fakt ist, dass derzeit der Warentransport zum Hafen großteils mit LKW abgewickelt wird. Mit Rita wird genau jene Infrastruktur geschaffen, dass der Wettbewerb zwischen Bahn und LKW von der Schiene gewonnen wird.
Damit soll RITA nicht zu einer zusätzlichen Belastung der Region führen, sondern bestehende LKW-Transportwege reduzieren und Straßen und Ortsdurchfahrten entlasten.
Thema
08
Fünf Bahngleise
Sind tatsächlich fünf rund 700 Meter lange Gleise für den Containerterminal geplant?
Ja, für den Güterterminal sind fünf Gleise vorgesehen. Die Angabe der Bürgerinitiative LIVE ist in diesem Punkt im Wesentlichen richtig. Tatsächlich sind die Gleise für Züge mit einer Länge von rund 740 Metern ausgelegt. Diese Länge ermöglicht die Abwicklung moderner Ganzzüge, ohne sie für den Containerumschlag auf kürzere Zugteile aufteilen zu müssen. Pro Tag können auf 5 Gleisen durchschnittlich 3 Züge abgefertigt werden, da kein Nachtbetrieb weder geplant noch genehmigt ist. Und logistisch sind durchschnittlich 2 Gleise als Abstellgleise zu berücksichtigen. Die Kapazität von RITA beträgt deshalb 3 Züge pro Tag und 15 Züge pro Woche.
Thema
09
Portalkräne
Sind für RITA tatsächlich zwei große Portalkräne geplant?
Ja, für die Container-Be- und Entladung sind zwei moderne lärmisolierte Portalkräne vorgesehen. Das Container Handling mit modernen Portalkränen erfolgt weitgehend geräuschfrei (im Vergleich zu Container Handling mit Reachstacker). Moderne Containerkräne sind nicht mit der Technik älterer oder großer Hafenanlagen gleichzusetzen. Vorgesehen ist ein modernes, lärmisoliertes System nach aktuellem Stand der Technik. Das Greifen und Abstellen der Container erfolgt teilautomatisiert und dadurch besonders geräuscharm. Für die Be- und Entladung der Züge werden ausschließlich diese beiden Portalkräne eingesetzt – zusätzliche Flurfahrzeuge sind dafür nicht vorgesehen. Darüber hinaus ist der gesamte Terminal in ein umfassendes Lärmschutzkonzept eingebunden. Der Schutz der angrenzenden Wohngebiete ist damit nicht eine nachträgliche Maßnahme, sondern Bestandteil der Projektplanung.


